Die Zukunft flexibler Arbeitszeit

Andreas Hoff

Gestaltung betrieblicher Arbeitszeitsysteme

Ein Überblick für die Praxis

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SpringerGabler, Wiesbaden 2015

www.springer-gabler.de

eBook 2,99 € ISBN 978-3-658-09064-7

Softcover 9.99 € ISBN 978-3-658-09063-0

 

Der Autor

Andreas Hoff hat 1983 die erste deutsche Arbeitszeitberatung initiiert. Seit 2013 begleitet er Betriebe und sonstige Organisationen bei der Gestaltung und Einführung bedarfsgerechter Arbeitszeitsysteme als Einzelberater.

 

Lesen Sie hier die Rezension dieser Veröffentlichung.

 

Rund 50 Seiten dünn im DIN A5-Format ist das gedruckte „Essential“ über die Gestaltung betrieblicher Arbeitszeitsysteme. Kurz und knapp bietet der Autor einen systematischen Überblick über das, was heutzutage als flexible betriebliche Arbeitszeitsysteme existiert, und er wagt einen Ausblick in die Zukunft. 

 

Die Zukunft beschreibt der Autor im letzten Kapitel: Hoff meint, aktuell "die vierte Welle der Arbeitszeitflexibilisierung" zu erkennen. Diese sei vor allem dadurch geprägt, dass "die Belange der Mitarbeiter (noch) stärker zu berücksichtigen" sein werden. Dies ist sein Leitmotto für die Ausführungen in den ersten vier Kapiteln. 

 

Sehr gut systematisiert hat der Autor die aktuellen Arbeitszeitsysteme aufbereitet. Dabei unterscheidet er zwischen „Sofortarbeit“ und „Speicherarbeit“ als Auswahlkriterium für flexible Arbeitszeit. Bei der Speicherarbeit, die in der Regel nicht mit genauen Zeitpunkten verbunden ist, unterscheidet er die eigenverantwortlich gesteuerten flexiblen Arbeitszeitsysteme, die flexible Standardarbeitszeit, die Gleitzeit, den flexiblen Tagdienst, die Vertrauensarbeitszeit und schließlich die Arbeitszeitfreiheit. Die Reihenfolge stellt die zunehmende Freiheit der Arbeitszeitgestaltung dar. Im nächsten Kapitel geht es um die Sofortarbeit, wobei er die flexibel disponierten Arbeitszeitsysteme und die Schichtsysteme beschreibt. Zu allen Arbeitszeitsystemen gibt es eine kurze, prägnante Charakterisierung und meist ein anschauliches Beispiel, so dass man sich schnell und ohne viele Vorkenntnisse ein Bild davon machen kann. 

 

Zu den Schichtsystemen erläutert der Autor anhand eines ausführlichen, aber recht einfachen und gut nachvollziehbaren Beispiels, wie man ein Schichtsystem entwickelt und berechnet. Die Mindestanforderungen an Gesundheitsschutz etc. sind dabei genannt und werden einbezogen. Ebenso stellt er auf einfache Weise dar, wie Teilzeitbeschäftigte in einem regelmäßigen Schichtsystem berücksichtigt werden können. Weitere Möglichkeiten der Schichtplangestaltung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Anforderungen werden kurz angerissen; eine chronobiologisch optimierte Schichtplangestaltung (siehe ZeitSchrift-Artikel vom 22.11.2015) wird jedoch nicht ausdrücklich erwähnt.

 

Anschließend stellt der Autor den in Krankenhäusern und Rundfunkanstalten üblichen Monatsdienstplan sowie die flexible bedarfsorientierte Einsatzplanung, die beispielsweise im Call-Center und im Einzelhandel angewendet wird, vor. Der Autor betont, dass die Arbeitszeitsysteme zum Vorteil der Beschäftigten gestaltet werden können - dass die Praxis meist anders aussieht, wird nicht so deutlich hervorgehoben. 

 

 

In den weiteren Kapiteln der Broschüre stellt der Autor Grundtyp-übergreifend eingesetzte Regelungselemente und insbesondere die Zeiterfassung vor. Die Notwendigkeit von Zeiterfassung erkennt er bei jeder Art von flexiblem Arbeitszeitsystem an, empfiehlt jedoch eine Art „Vertrauens-Zeiterfassung“ per PC oder Smartphone. Des weiteren widmet er sich den verschiedenen Formen des Arbeitszeitkontos, ohne das kein flexibles Arbeitszeitsystem auskommt. Zum Thema "Wertguthaben" geht der Autor kritisch mit dem Gesetzgeber um, der es nicht geschafft hat, klare gesetzliche Regelungen für das Ansparen von Zeit für längere Auszeiten zu schaffen. Daher lautet seine Empfehlung, auf Wertguthabenvereinbarungen zugunsten anderer Möglichkeiten, von denen drei dargestellt werden, zu verzichten.

 

Die Broschüre stellt einen Einstieg für Anfänger dar. Sie ist lesenswert für diejenigen, die noch nie etwas von Arbeitszeitgestaltung gehört bzw. gelesen - oder aufgrund der verwirrenden Vielfalt von Informationen den Überblick verloren haben. Die vom Autor aufgestellte Systematik kann helfen, das Dickicht der Möglichkeiten, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten, zu lichten. Um dann jedoch Entscheidungen treffen zu können, muss  man sich wieder in das Dickicht hineinbewegen. So einfach, wie es dieses Büchlein erscheinen lässt, ist Arbeitszeitgestaltung dann doch nicht. Uns Arbeitszeitberater freut das natürlich, da es auch weiterhin Aufträge verspricht :-)

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